„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!“
Lukas 10, 20

Im Himmel wird also eine Namensliste geführt. Erstaunlich, nicht wahr? Auf dieser Liste zu stehen, ist etwas ganz Besonderes, sagt Jesus seinen Jüngern: Darüber können sie sich freuen – viel mehr noch als über alles Mögliche andere, das sie auch glücklich macht. Dass es im Himmel ein Buch gibt, in dem Namen von Menschen notiert sind, davon ist im Alten wie im Neuen Testament an manchen Stellen die Rede. Das Buch wird verschiedentlich „Buch des Lebens“ genannt (z.B. Ps 69,29 und Phil 4,3). Gemeint ist das Leben bei Gott und mit Gott, das ewige Leben. Von einem „Buch des Todes“ ist nirgendwo in der Bibel die Rede. Niemand braucht also anzunehmen, Gott habe von vornherein festgelegt, wer in den Himmel kommt zum ewigen Leben und wer in die Hölle zum ewigen Tod. Eine solche Vorfestlegung Gottes gibt es nicht.

Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
Psalm 4, 7

Es scheint, als gäbe es eine allgemeine menschliche Sehnsucht: Die Suche nach „dem Guten“, der Erfüllung, dem Sinn. Nicht nur die inhaltliche Frage, was dieses Gute ist, sondern auch die Frage nach dem „Woher“ beeinflusst diese Suche. Von wem wird Gutes erwartet? Worin finden wir unsere Erfüllung? Besonders zu Beginn eines neuen Jahres werden die Stimmen aus den Medien, der Werbung und vielleicht auch in unserem Umfeld lauter: Neujahrsvorsätze, neue Hoffnungen, neue Orientierung. Dieses Jahr soll anders werden. Dieses Jahr soll gut werden. Doch worin suchen wir unser Glück?

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Jesaja 58, 7

Eigentlich wollen wir uns jetzt im Dezember auf Weihnachten einstellen, die Adventskerzen anzünden und ein bisschen Ruhe und Frieden genießen. Das dürfen wir, das sollten wir auch, der Corona-Pandemie zum Trotz. Aber: Die Worte des Jesaja erinnern uns daran, dass wir nicht alleine auf der Welt sind, sondern unser „Schalom“ mit dem der anderen Menschen verbunden ist. Wirklich glücklich können wir nur sein, wenn es den Armen und den Benachteiligten um uns herum und in unserer Welt besser geht. Mein Glück gibt es nur als unser Glück.

Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.
Jeremia 31, 9

Hilfreicher Trost bedeutet vor allen Dingen Begleitung. Damals wie heute. Die Formen der Begleitung mögen sich ändern; im Wesentlichen kommt es immer darauf an, einem (oder mehreren) Menschen in herausfordernden Zeiten zur Seite zu stehen, mit zu gehen oder einfach da zu sein.

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn´s ihr wohlgeht, so geht´s auch euch wohl.
Jeremia 29, 7

Dieser Aufruf erreicht Menschen inmitten einer sehr herausfordernden und leidvollen Lebenssituation. „Suchet der Stadt Bestes!“ Das ist eine Aufgabe, die genau diese Menschen in ihrer eigenen Stadt, in Jerusalem, gerne und gut erfüllen konnten. Dort hatten sie die wichtigen Positionen besetzt, Verantwortung übernommen, Menschen geführt, die Stadt aufgebaut, ihre Kompetenzen eingebracht, Karriere gemacht. Und jetzt sitzen sie mit dem König und seiner Mutter, einigen Ältesten, Priestern und Propheten, mit der Jerusalemer Führungsschicht und den Menschen, die zum Aufbau einer Stadt wichtig sind, der Stadtverwaltung, den Finanzfachleuten, Schmiedemeistern und Zimmerleuten, hier in der Fremde. Nun leben sie in Babylonien mitten unter ihren Feinden; besiegt und weggeführt, ohnmächtig und handlungsunfähig. Sie schauen zurück und trauern, und sie fragen sich: Wie lange noch? Wann können wir wieder zurückkehren? Wann ist das hier endlich vorüber? Hoffentlich schon bald?

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.
2. Korinther 5, 19

Das Ja Gottes ist klar und eindeutig. Daran sollte eigentlich kein Zweifel bestehen. Doch auf einmal waren sich die Christen in Korinth nicht mehr so sicher. Was war geschehen? Paulus hatte angekündigt, auf seinem Weg nach Mazedonien kurz in Korinth vorbeizuschauen (2. Kor 1, 15f.). Für den Rückweg hatte er sich einen zweiten Besuch dort vorgenommen. Beide Aufenthalte sollten dazu dienen, der korinthischen Gemeinde die Gnade Gottes zu verkündigen. Zweimal Gnade, – doppelt hält bekanntlich besser. Doch dann hatte der Apostel erneut seine Reisepläne geändert. Das hatte in Korinth für Irritationen gesorgt und kritische Rückfragen ausgelöst: Gilt für den Apostel „zugleich Ja, Ja und Nein, Nein“ (2. Kor 1, 17)? Und das nicht nur für seine Reiseplanung, sondern womöglich auch für seine Verkündigung? Heute hü und morgen hott? Paulus versucht, die Kritik der Korinther an seiner Person ernst zu nehmen und vor allem der Verunsicherung ihres Glaubens mit einem deutlichen Ja zu begegnen (2. Kor 1, 19f.): „Denn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündet wurde – durch mich, Silvanus und Timotheus – , ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Denn er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum ergeht auch durch ihn das Amen zu Gottes Lobpreis, vermittelt durch uns.“

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Psalm 139, 14

Wofür dankt der Psalmbeter hier eigentlich? Für bestimmte Vorzüge, die er vom Schöpfer mitbekommen hat? Etwa: „Ich danke dir, Gott, dass ich kräftig, willensstark, klug, schön oder hochbegabt bin?“ Ja, wenn man das ist, kann und soll man Gott gewiss dafür danken und es zum Wohle anderer einsetzen. Aber an solche Vorzüge seiner Person denkt der Psalmbeter hier gar nicht. Das deutsche Wort „wunderbar“ bedeutet ja nicht nur „herrlich“, „großartig“ oder „sehr schön“, sondern auch „erstaunlich“ und „wie ein Wunder erscheinend“, und eben diese zweite Bedeutung kommt dem Sinn der Psalmworte am nächsten. Im Deutschen gibt es zudem das Eigenschaftswort „wunderlich“, und auch dieses Wort würde hier passen – nicht im Sinne von „seltsam“ oder „schrullig“, sondern im Sinne von „zur Verwunderung Anlass geben“. Der Psalmbeter staunt also über die Weise, wie Gott ihn und jeden Menschen erschaffen hat: „Du hast mich in einer Weise gemacht, die Staunen erregt und so außergewöhnlich ist, dass man vor Ehrfurcht schaudert.“

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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