Liebe Freunde und Geschwister

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
Lukas 24, 5f

„Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.“Diese verballhornte Bauernregel ist sicher noch vielen bekannt. Zum Glück gibt es heute bessere Möglichkeiten sich auf eine Wetteränderung einzustellen. Der Hahn hat ausgedient in der Wettervorhersage. Doch ganz ausgedient haben Bauernregeln nicht. Entstanden sind diese Regeln aus Beobachtungen der Natur. Wer möchte schon gern überrascht werden?! Darum sind Regeln hilfreich. Sie machen den Alltag und das Leben einfacher und beherrschbar. Ich fand noch eine andere sogenannte Bauernregel: „Liegt der Bauer tot im Zimmer - lebt er nimmer. Liegt die Bäuerin tot daneben, ist sie auch nicht mehr am Leben.“ So ist es nun mal - mit dem Tod endet das Leben. Das ist auch irgendwie eine Regel. Und wenn dann jemand wiederholt davon spricht, dass er nach drei Tagen von den Toten auferstehen wird… dann geht man trotzdem hin, den Toten zu salben. So geschah es am Ostermorgen. Dass Jesus diese uralte Regel einfach brechen würde, damit hatte keiner gerechnet. Hätten sie aber sollen. Und darum wurde der berechtige Vorwurf erhoben, Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.

Wer nun meint, dass wir heute über diesen Vorwurf erhaben sind, weil wir an der Auferstehung von Jesus Christus nicht mehr zweifeln, sollte vorsichtig sein. Damals hatten die Engel auf das Entscheidende hingewiesen: Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war und sprach: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Hatten die Frauen vergessen, dass Jesus immer wieder von seiner Auferstehung sprach? Kann man etwas so Außergewöhnliches und Bedeutendes einfach vergessen? Ich vermute, sie hatten Jesus mit seiner Ankündigung nicht ernst genommen. Sie hielten sich an die uralte Regel: Mit dem Tod endet das Leben. Das gilt für alle. Das gilt immer.

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?Heute würde ich so fragen: Was zweifelt ihr an der Macht Gottes? Was rechnet ihr so wenig mit Gottes Treue? Was traut ihr Gott so wenig zu? Was lest ihr die Bibel und lebt dann doch so als ob es nie eine Auferstehung gegeben hätte? Was lebt ihr nach der Regel, „Betet nun der fromme Christ, erhört Gott seine Bitte oder es bleibt wie es ist.“?Zugegeben, das ist überspitzt formuliert. Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten bedeutet nichts anderes als: Nehmt endlich Gottes Wort und Treue ernst. Nehmt endlich zur Kenntnis, dass eure Regeln nicht die einzige Maßgabe fürs Leben sind.

Es gibt eine schöne Geschichte von Tania Gray aus „Ein Lied in der Nacht“ mit der Überschrift „Der rote Regenschirm“: „Als die Trockenheit schon, wie es schien, eine Ewigkeit andauerte, wusste die kleine Gemeinde von Bauern aus dem Mittelwesten der Vereinigten Staaten nicht mehr, was sie tun sollte. Als das Problem immer drängender wurde, beschloss die örtliche Gemeinde, eine Gebetsversammlung einzuberufen. Man war mit den menschlichen Möglichkeiten am Ende. Jetzt half nur Gebet. Die Leute strömten ins Gemeindehaus. Der Blick des Pastors fiel auf ein elfjähriges Mädchen in der ersten Reihe. Neben ihr lag ein roter Regenschirm für den Heimweg bereit. Der Glaube dieses kleinen Mädchens unterschied sich von dem der übrigen Menschen im Raum. Denn sie waren gekommen, um für den Regen zu beten ... das Mädchen war gekommen, um Gottes Antwort mitzuerleben.“

Wie wäre es, wenn du diese „Regel“ auf eine Karte schreibst: „Der wahre Gläubige kommt mit Schirm, wenn er um Regen bittet. Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? (1 . Mose 18,14)“ Und die Regel könntest du irgendwo anbringen, wo du sie jeden Tag siehst.

Volkmar Janke

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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Seid alle zu Advent und Weihnachten herzlich gegrüßt!

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