Monatsspruch für Januar 2016

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
(2. Timotheus 1, 7)

Manche Situationen sind einfach zum Verzweifeln! Von Verzagtheit ist hier im Brief an Timotheus die Rede. Timotheus ist der engste Mitarbeiter des Apostels Paulus. Gleich mehrfach wird er mit anstrengenden Aufgaben betraut. So musste er die Gemeindeglieder in Thessalonich stärken und sie im Glauben ermahnen (1Thess 3,2), als sie angesichts schwer einzuordnender Trauerfälle ratlos sind. Später soll Timotheus nach Korinth reisen, um in der dortigen Gemeinde daran zu erinnern, was der Apostel gelehrt hatte (1Kor 4,17). Was mochte ihn in Korinth wohl erwarten, wo manche sich recht aufgeblasen über die Abwesenheit des Paulus freuen – frei nach der Devise: „Der Himmel ist hoch und der Apostel ist weit; alles ist mir erlaubt!"

Schlägt dem Paulus schon aus der Ferne Hochmut seiner Gegner entgegen, wie würde es erst seinem Gesandten vor Ort ergehen? Da kann einem schon angst und bange werden. Bereits aus diesen wenigen Hinweisen entsteht ein Bild: Timotheus ist ein Mitarbeiter für schwierige Missionen. Wenn Paulus selbst nicht eingreifen kann, dann sendet er diesen Mann, den er sogar als seinen Sohn bezeichnet (1Tim 1,2 vgl. Phil 2,19-24). Ob der die schwierigen Situationen immer gut meistern konnte, wissen wir nicht. Das Stichwort Verzagtheit deutet eher in eine andere Richtung. In dem ermutigenden Wort des Paulus spiegelt sich ein Mitarbeiter, dem angesichts großer Herausforderungen die Kraft schwindet, der nicht weiß, wie es weitergehen soll und der an die Grenzen seiner Möglichkeiten gekommen sein mag. Ja, seiner Möglichkeiten und Kräfte. Aber eben nicht Seiner Kraft. Paulus erinnert seinen Mitarbeiter daran, dass die unerschöpfliche Quelle an Kraft, Liebe und Besonnenheit außerhalb unserer selbst liegt. Gott wird uns davon geben, immer wieder neu und frisch. Er will und wird unseren Mangel ausgleichen, so wie Jesus Christus die Mühseligen und Beladenen zu sich ruft, um sie zu erfrischen. Gottes Erfrischungen für Leib, Seele und Geist dürfen wir für jeden Tag neu erbitten. Dies können wir uns mit dem Wort des Paulus an Timotheus zusprechen lassen – oder es mit der Ermutigung eines Propheten einander zusingen: „Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke" (Neh 8,10).

Carsten Claußen, Theologische Hochschule Elstal

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