Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.
2. Korinther 5, 19

Das Ja Gottes ist klar und eindeutig. Daran sollte eigentlich kein Zweifel bestehen. Doch auf einmal waren sich die Christen in Korinth nicht mehr so sicher. Was war geschehen? Paulus hatte angekündigt, auf seinem Weg nach Mazedonien kurz in Korinth vorbeizuschauen (2. Kor 1, 15f.). Für den Rückweg hatte er sich einen zweiten Besuch dort vorgenommen. Beide Aufenthalte sollten dazu dienen, der korinthischen Gemeinde die Gnade Gottes zu verkündigen. Zweimal Gnade, – doppelt hält bekanntlich besser. Doch dann hatte der Apostel erneut seine Reisepläne geändert. Das hatte in Korinth für Irritationen gesorgt und kritische Rückfragen ausgelöst: Gilt für den Apostel „zugleich Ja, Ja und Nein, Nein“ (2. Kor 1, 17)? Und das nicht nur für seine Reiseplanung, sondern womöglich auch für seine Verkündigung? Heute hü und morgen hott? Paulus versucht, die Kritik der Korinther an seiner Person ernst zu nehmen und vor allem der Verunsicherung ihres Glaubens mit einem deutlichen Ja zu begegnen (2. Kor 1, 19f.): „Denn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündet wurde – durch mich, Silvanus und Timotheus – , ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Denn er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum ergeht auch durch ihn das Amen zu Gottes Lobpreis, vermittelt durch uns.“

Auf diese Weise und vor diesem Hintergrund betont Paulus das Ja Gottes. Dabei erinnert er nicht nur an Gottes zahlreiche Verheißungen (2. Kor 1, 20). Sondern er unterstreicht zugleich deren Zuspitzung „in Christus“. Ganz allein Gottes Handeln durch Christi Tod und Auferstehung hat die Versöhnung aufgerichtet. Das versöhnende Handeln kommt von Gott her und führt zu ihm hin. Es ist am Kreuz grundlegend geschehen und kommt zum Ziel, wo die Verkündigung des Evangeliums angenommen wird. Nicht wir Menschen müssen uns mit Gott versöhnen, sondern er hat uns in Christus in die Versöhnung hinein gezogen. Diese Botschaft lässt Gott durch Paulus und die Christen und Christinnen aller Zeiten an jene ausrichten, die davon noch nicht gehört oder ihr noch nicht zugestimmt haben (2. Kor 5, 20b): „Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen.“

Fest steht: Gott ist nicht Ja und Nein zugleich, und wir müssen das auch nicht sein. Nicht in unseren alltäglichen Planungen und Beziehungen und schon gar nicht im Hinblick auf Gottes Liebesbeziehung zu uns. Zum großen, grundlegenden und umfassenden JA Gottes gehört unser kleines, vielleicht zweifelndes, tastendes, mutiges, wachstumsfähiges, die Versöhnung in Jesus Christus für uns wahr sein lassendes: ja.

Prof. Dr. Carsten Claußen
Theologische Hochschule Elstal

 

Social Share:

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



„Unsere Verantwortung in der Corona-Pandemie“

Unter dieser Überschrift steht ein Geleitwort, das unser Präsidium verabschiedet hat. Darin fordern die Mitglieder des Gremiums dazu auf, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zu unterstützen und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. ...

20.09.2020


Jeder ist ein wenig wie alle

Bei der Jahrestagung der Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätten (AGEF KITA) ging es um Vielfalt und wie man dieser Vielfalt wertschätzend begegnen kann..

24.09.2020

Fortbildung im Anfangsdienst

Die Fortbildung im Anfangsdienst (FiA) in der vergangenen Woche beschäftigte sich mit der Frage, wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde gestaltet und verändert werden kann. .

23.09.2020