Jesus Christus spricht: Wachet!
Markus 13, 37

Wer glaubt, muss wach sein. Natürlich können auch glaubende Menschen nicht ohne Schlaf auskommen. Das sollen sie auch nicht. Guter Schlaf ist etwas Wunderbares. Und schöne Träume erhellen nicht nur die Nacht, sondern leuchten zuweilen sogar in den Tag. Aber das Kennzeichen von Christen ist nicht der Schlaf, sondern das Wachsein. Denn nur wer wach ist, ist bereit für Begegnungen. Wer schläft, bleibt immer bei sich. Das Wesen des Glaubens jedoch ist es, sich aus sich selbst herausrufen zu lassen. Um nicht mehr unentwegt um sich selbst zu kreisen, sondern dem auferstandenen Christus zu begegnen.

Unter den vielen Stimmen, die uns täglich umgeben und uns müde machen, hört der Glaube seine Stimme. Die fordert unsere Aufmerksamkeit nicht lautstark, sondern erbittet sie behutsam. Um sie zu hören, müssen wir daher hellwach sein. Ein Leben lang. In dieser Wachheit erwartet unser Glaube dann auch zugleich die unmittelbare und universale Begegnung mit Jesus Christus am Ende aller Tage und Nächte. Denn, so hat es ein lateinamerikanischer Dichter einmal einprägsam formuliert: „Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt. Aber wir sind eingeladen. Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik“ – wenn wir wach sind. Der Glaube will aber auch darum wacher Glaube sein, um mit seinen Mitmenschen eine gemeinsame Welt zu haben. Die Schläfer haben immer nur ihre eigene Welt. Da kommt es zu keinen Begegnungen. Einander begegnen – wirklich begegnen – können wir nur als wache Menschen. Nur dann nämlich sind die Augen geöffnet und wir können uns sehen: in unserer Freude und in unserem Kummer, in der zum Himmel schreienden und in der oft genug auch verborgenen Not. Die vor uns liegende Passionszeit kann man als eine besondere Zeit zur Wachsamkeit begreifen und gestalten. Wer mit Christus den Weg zum Kreuz mitgeht, muss schließlich geistlich und geistig hellwach sein. Und damit wir dabei nicht allein auf uns gestellt sind, haben wir viele andere Christinnen und Christen an unserer Seite. Die rufen uns, wenn es nötig ist, das Wort unseres Herrn ins schläfrig verschlossene Ohr: Wach auf!

Prof. Dr. Volker Spangenberg
Theologische Hochschule Elstal

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